INFO-TABS 2016 (Informationstage Brandschutz der MISSION SICHERES ZUHAUSE)

 

Rückblick
 

Andere Menschen warnen und alarmieren

Datum:
Freitag, der 15., und Samstag, der 16. April 2016

Ort:
Bürgersaal Sulzbach bei der
Carl-Orff-Grundschule Weinheim
Goethestraße 1
69469 Weinheim - Sulzbach

 

Die Situation ist "brenzlig": Häufig sind die Gebäude eng mit vielen Menschen belegt, die ihre Umgebung kaum kennen. Oft sind viele kleine Kinder darunter, die meisten Menschen verstehen kein Deutsch. Alle Menschen sind neu in Deutschland. Viele kennen deutsche Elektroinstallationen nicht, auch Elektroherde sind oft nicht vertraut. Die Bewohner kennen kein ehrenamtliches Feuerwehrsystem. Oft gibt es viele Fehlalarme. Die Betreuer aus dem Sozialbereich und ebenso die meisten ehrenamtlicher Helfer sind keine Feuerwehrexperten.

2015 ereigneten sich 531 Brände in bundesdeutschen Flüchtlingseinrichtungen (Quelle: www.inuri.de). Es ist also eine große Herausforderung, Flüchtlinge sicher vor Bränden zu schützen.

Was ist zu tun? ExPremiere: Vorführung des neuen Filmes für Geflüchteteperten aus den betroffenen Bereichen, vom Innenministerium über Brandschutzfachplaner und Brandschutzingenieure, haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrangehörige bis hin zu haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Flüchtlingshilfe tauschten sich intensiv aus. Folgende Ergebnisse wurden in Kurzform einvernehmlich festgestellt:

Der in Deutschland gültige Brandschutzstandard sollte für Flüchtlinge weder nach oben noch nach unten verändert werden. Besonders wichtig, nicht nur als Kompensation für Mängel in anderen Bereichen, ist der organisatorische Brandschutz, also dem Faktor Mensch. Unterschiedliche Kulturen bedingen verschiedene Kochgewohnheiten und ein anderes Umgehen mit elektronischen Geräten, ein anderes Sicherheitsbewusstsein, ein verschiedenes Verständnis von Feuerwehr, Uniform und Feuer. Um Menschen aus anderen Kulturkreisen westeuropäisches Sicherheitsbewusstsein zu vermitteln, müssen wir zuerst die jeweilige Kultur verstehen. Brandschutzaufklärung kann nur Teil eines Dialoges sein, bei dem beide Seiten auf Augenhöhe voneinander lernen. Als neu entwickelte Hilfsmittel bieten sich anschauliches Lehrmaterial mit Bildern sowie leicht verständliche Filme an, so wie sie in Kürze auf der Website der Mission Sicheres Zuhause zu finden sind. Wir befinden uns zurzeit erst am Anfang eines langwierigen, beidseitigen Lernprozesses. Unsere Politiker sind im höchsten Maße gefordert: Die fehlenden Strukturen zur Bewältigung dieser Aufgaben müssen dringend hergestellt werden.

Podiumsdiskussion: Intensive Diskussion von Feuerwehr und Rotem KreuzDie gute Nachricht zuletzt: Die INFO-TABS werden fortgeführt! Um weitere Themen wie Brandschutzerziehung für Kinder und Brandschutzaufklärung für Menschen mit Hilfebedarf ergänzt finden die nächsten INFO-TABS im Frühjahr 2017 bei der Feuerwehr Lüneburg statt.